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Vertiefende Wanderungsanalyse in der Ostregion

Bearbeitung TU Wien - Institut für Raumplanung, Forschungsbereich für Stadt- und Regionalforschung

Publikation   08/2019

Ziel

 

Die starke Bevölkerungszunahme in der Ostregion, die in den 1990er Jahren eingesetzt hat und sich nach allen Prognosen in den nächsten Jahrzehnten fortsetzen wird, betrifft nicht alle Teile der 3 Bundesländer gleichermaßen. Dieser Trend ist die Folge von komplexen lokalen Wachstums-, Stagnations- und Schrumpfungsprozessen, die über Migrationsströme miteinander verbunden sind. Eine räumlich und sozial differenzierte Analyse der Wanderungsbewegungen innerhalb der Ostregion und über deren Grenzen hinaus ist daher eine wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung koordinierter zukunftsorientierter Strategien zur räumlichen Entwicklung dieser Region. Die vorliegende Studie soll daher nicht nur die wesentlichen Migrationsmuster und -trends der vergangenen 15 Jahre aufzeigen, sondern auch Hinweise auf Wanderungsmotive („pull“ und „push“-Faktoren) und damit die treibenden Kräfte für Ab- und Zuwanderung liefern.

Ergebnis

 

Die statistische Gegenüberstellung von lokalen Merkmalen und Wanderungsergebnissen in den Gemeinden der Ostregion zeigt einige eindeutige Hinweise auf die treibenden Kräfte von Migrationsbewegungen: So scheinen grundlegende Strukturmerkmale von Gemeinden wie Siedlungsstruktur, Zentralität und Erreichbarkeit ebenso wesentliche Einflussfaktoren für Wanderungsentscheidungen zu sein wie das lokale Arbeitsplatzangebot. Im Gegensatz dazu ist die Möglichkeit der Steuerung von Migrationsbewegungen über den Bodenpreis als eher gering einzuschätzen, auch die Bodenverfügbarkeit spielt bei ausreichend verfügbarem Wohnbauland keine entscheidende Rolle.

Die Ergebnisse weisen außerdem darauf hin, dass gerade in ländlich-peripheren Gebieten das Fehlen von elementaren Versorgungs-, Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen eine wesentliche Ursache für Abwanderung darstellt und dass dort Wanderungsgewinne in der Regel nur bei einem gewissen Mindestniveau an Öffentlichen Verkehrsangeboten erreicht werden können.

Trotzdem lassen sich einzelne Wanderungen nicht alleine durch lokale Bedingungen erklären, weil dabei viele spezifische Besonderheiten der Gemeinden und individuelle Präferenzen der Wandernden unberücksichtigt bleiben. Welche lokalen Merkmale oder welche Merkmalskombinationen im Einzelfall eine Gemeinde zu einer Zu- oder Abwanderungsgemeinde machen, bedarf einer genauen Analyse von möglichen lokalen Ursachen und Möglichkeiten, um für jede Gemeinde die richtigen Schlüsse ziehen zu können.

Downloads

Vertiefende_Wanderungsanalyse_in_der_Ostregion.pdf pdf 4 MB

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